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SMD Mannheim – mein persönliches Erlebnis

Vielleicht ist es mal nice, wenn man nicht hört, was so eine Gruppe über sich schreibt, sondern wenn man mal lesen kann, wie es jemanden geht, der vor etwa einem Jahr erstmalig in die SMD Mannheim  gegangen ist – mein SMD Erlebnis:

Gebet, Gebetsfrühstück, Bibelarbeiten, (quasi) Gottesdienste, INSIGHT (Internationale Arbeit), Hauskreise, Lobpreis uvm. In der SMD Mannheim gibt es vieles, was man nicht auch in verschiedensten Gemeinden und Kirchen finden kann. Die Frage ist,  warum habe ich mich im Januar 2015 aufgemacht, um DORT hinzugehen?

Bestandteil dieser Antwort ist ganz bestimmt, dass ich persönlich nicht nur Sonntag zwischen 10:00 und 11:30 Uhr „Christ sein“ möchte. Das war nicht immer so in meinem Leben. Gott spielte mal keine Rolle, mal nur eine Nebenrolle – heute spielt er eine Hauptrolle für mich.  Kurzum:

Ich will in meinem Alltag Christ sein, weil ich Christ bin.

Die Welt um mich herum ist im Grunde religiös-indifferent. Das muss nicht einmal an Desinteresse oder einer Säkularisierung liegen. Es liegt mit Sicherheit auch zu einem großen Teil an der Anonymität unserer heutigen Gesellschaft. Es ist (in diese Sinne) völlig unplausibel, dass mein Kollege um 17:30 Uhr im Büro anfängt „Schalke, Schalke, Schalke…!“ zu brüllen, nur weil er es 48 h zuvor im Stadion mit 40000 andere Fans getan hat. Und er würde sich auch ziemlich fehl am Platz fühlen, wenn er mit den anderen Wissenschaftlern in Fan-Garderobe in einem Vortrag sitzen würde. Es ist schlicht unplausibel, dies an jenem Ort (zu jener Zeit) zu tun. Kurzum: Wir passen uns an. Vieles tritt zurück, auch wenn es einen großen Teil unserer Identität ausmacht: Anonymität bahnt sich ihren Weg in unseren Alltag.

Genauso unplausibel erscheint es in vielen Augen, wenn ich in der Mensa in Anwesenheit aller Kollegen die Hände falte und (für mich) bete. Jedoch 24 h früher, an einem anderen Ort, nämlich in einem Kirchengebäude, wäre es für meine Kollegen völlig normal, weil es plausibel ist, dass man in einer Kirche betet – aber in der Uni-Mensa?

Plausibilitätsstrukturen. Die umgeben uns täglich und bestimmen mit viel Macht bzw Machs-Nicht unser Verhalten. Dabei geht es gar nicht um richtig oder falsch. Sondern einfach nur um Plausibilität: Passt dein Verhalten in diesem Moment hinein? Und genau diese Strukturen um mich herum ändere ich. Das tue ich seit einiger Zeit und dies, lange bevor ich das Wort „Plausibilitätsstruktur“ kennen gelernt habe.

Kommilitonen und Kollegen wissen von meinem ersten Mensagang mit ihnen, dass ich dort bete. Sie wissen, dass ich Christ bin: Kleinigkeiten verraten ihnen dies bereits (christlicher Kalender an der Wand, cooles Jesus-Wallpaper auf meinem privaten Laptop, das Kreuz in meiner Wohnung, in der sie zu besuch waren und ich lade sie ein zum Gottesdienst in meine Gemeinde).

Ich lasse es plausibel werden, dass da, wo ich bin, Jesus mit dabei ist. Dass da, wo ich bin, es auch um Glauben (gehen kann und manchmal) geht. Ich verrücke die Plausibilitätsstrukturen dahin, dass es plausibel ist, dass man sich mit mir über Gott, Jesus, Kirche und die Welt unterhalten kann. Dazu ist oftmals nicht viel nötig. Werde ich gefragt, wie mein Wochenende war, ist es nun völlig akzeptabel und plausibel, dass ich drei-vier Sätze über den Godi verliere, so wie andere mir vom Brunchen erzählen. Ich erzähle ihnen sogar die Dinge, die mir an meiner Gemeinde nicht passen. Authentisch.

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Man kann also viel tun, ganz ohne SMD. Aber mit SMD noch mehr. Warum, versteht man, wenn man sich anschaut, was SMD Mannheim will:

Die SMD Mannheim ist ein Zusammenschluss von Studenten aus verschiedensten Kirchen und Gemeinden. Unsere Ziele sind

  • christliche Perspektiven auf fachliche und lebenspraktische Fragen in der Hochschulöffentlichkeit ins Gespräch zu bringen,
  • aktuelle gesellschaftliche und weltanschauliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen,
  • christliche Werte wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Gemeinschaft, Verantwortungsbewusstsein und Toleranz sowie Gastfreundschaft an der Hochschule zu leben
  • sowie zum christlichen Glauben einzuladen.

Und jetzt klingelt es bei dir: Die SMD Mannheim hat viele kleine Hauskreise, wie so manche christliche oder kirchliche Gemeinde auch. Sie hat sogar internationale Hauskreise und eine internationale Studentenarbeit. In der SMD Mannheim findet regemäßig das sog. Themenabende statt, wo alle SMDler zusammen kommen und einen Vortrag mit Diskussion genießen. Diese (modernen) Gottesdienst-ähnlichen Events werden umrahmt von einer guten Moderation und einer super Band – also auch Lobpreis, Anbetung.

Aber das alles gibt es auch in jeder Gemeinde. Warum gibt es dann die SMD Mannheim? Weil wir uns dort sammeln und vernetzen, damit wir gemeinsam aktiv als Christen an der Uni und Hochschule leben können. Damit wir gemeinsam die Ziele verfolgen können, die jeder von uns persönlich hat. Wir sammeln uns in der SMD Mannheim letztlich und begründend zur Sendung.

Die Plausibilitätsstrukturen bekommen also noch einen oben auf den Deckel: Wir machen es plausibel, dass es an der Universität nicht nur Hochschulgruppen wie Greenpace, Wein-Probe, Start-Up-BWLler usw. gibt. Wir machen es plausibel, dass Christen sich frei und willig an der Uni treffen, um gemeinsam zu beten, über ihren Glauben zu diskutieren und zum Glauben einladen.

Denken + Glauben + Erleben. Das kommt bei uns zusammen: Und so finden sich meine interessierten Freunde in einem Hörsaal wieder und schauen über den Tellerrand des sonstigen Lehrstoffes weit hinaus, wenn es im Hörsaalvortrag mit einem gläubigen Professor über „gott oder gar nichts“ geht.

Und deshalb liebe ich die SMD und ihre Ortsgruppe in Mannheim: Ob im Hauskreis, beim gemeinsamen Gebet, im Hörsaalvortrag, beim Adventsgottesdienst oder einer Flyer-Aktion. Die SMD Mannheim ist explizit keine Gemeinde:

Sie ist, weil wir an der Uni sind und weil wir an der Uni als Christen sein und missionarisch wirken wollen.

Und du? Dann komm doch einfach mal vorbei? Noch Fragen, mehr Eindrücke – siehe Kontakt.

 

Bis dahin, liebe Grüße

Stefan Schnabel

– Leiter SMD Mannheim –

 

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